Wo IST Spielen mit Babys und Einjährigen

WO IST ist sicherlich einer der häufigsten Satzanfänge, die ich sage, seit ich Mama bin:

  • WO IST Timos Mütze? (Verloren? Verlegt? Hat Timo sie irgendwo hingetragen und hineingesteckt…?)
  • WO SIND denn jetzt schon wieder die Schlüssel? (ich hatte sie doch gerade schon in der Hand!? Hat Timo damit gespielt? Steckt er vielleicht noch an der Haustür?)
  • WO IST Timo? (Manchmal läuft er so schnell von einem Ding zum nächsten, dass meine Augen dem quirligen Zwerg gar nicht so schnell folgen können)

Und wenn wir gerade mal nichts suchen, dann machen wir ein Spiel daraus.

WO IST denn der Baum? WO IST der Himmel? WO IST ein Auto? Mein Einjährig liebt es auf die Dinge zu zeigen, nach denen ich frage.

Über unsere Entdeckung des WO IST-Spiels

Genaugenommen spielen wir WO IST… schon seit der Geburt. Ganz automatisch habe ich mir angewöhnt meinem Baby zu erzählen, was ich mache – obwohl es mir manchmal so vorkam als würde ich Selbstgespräche führen. Seit Timo da ist, kommentiere ich fast alles was ich tue, sofern sonst keiner im Raum ist und Timos Aufmerksamkeit bei mir liegt. So kam es, dass ich bereits von Anfang an bei jedem Wickeln nach den kleinen Händchen gesucht habe, bevor ich sie in einem Ärmelchen versteckt und anschließend mit einem erfreuten „Daaa ist die Hand!“ und einem leichten Druck auf die Handfläche wiedergefunden habe.

Auch mit 16 Monaten spielen wir noch oft beim Anziehen die Hand verstecken und wiederfinden. Nicht mehr so oft wie anfangs – aber in manchen Momenten klappt es so die Aufmerksamkeit des Kleinen aufs Anziehen zu lenken, wenn ich plötzlich ganz überrascht frage: „Huch?! – WO IST denn jetzt Deine Hand? Und ehe er sie angucken kann, steckt sie auch schon im Ärmel, aus dem wir sie gemeinsam wieder befreien. Und ganz schnell lassen wir dann auch noch die andere Hand im Ärmel verschwinden bevor er weiter mit der Haarbürste auf die Fliesen trommelt, versucht in die Dusche zu steigen oder die Türklinke zu drücken.

ICH-SEHE-WAS-WAS-DU-NICHT-SIEHST für Babys und Einjährige

WO IST… ist so eine Art Ich-sehe-was-was-Du-nicht-siehst für Babys und Einjährige. Als Baby habe ich Timo durch regelmäßiges WO-IST-Spielen ganz unbewusst die Spielregeln erklärt. Sobald die Minis wach genug sind, werden sie den gesuchten und gedeuteten Gegenständen mit den Augen folgen. Bei Timo kam mit etwa 12 Monaten der Zeigefinger hinzu und etwas später ein begleitendes: „DAAAAAAaaAA!“

Seitdem und bis Heute (fast 17 Monate) macht WO IST – Spielen ganz viel Spaß.

WO IST… kann man ÜBERALL spielen (ohne Vorbereitung)

Auch wenn man gerade mal nichts Interessantes dabeihat, IRGENDETWAS gibt es doch IMMER zu sehen. Und ganz nebenbei lernen die Kleinen so auch noch die Wörter zu den gesuchten Dingen kennen, die wir ihnen zeigen.

Wo wir gerne WO IST spielen

Wie schon beschrieben spielen wir schon seit der Geburt immer wieder „WO IST“ im Badezimmer, beim Umziehen, Wickeln und Baden.

  • Wo ist Deine Hand?
  • Wo ist Dein Bauch?
  • Wo ist Dein Knie, Dein Fuß, Dein großer Zeh?
  • Wo ist Deine Nase? Und wo ist Mamas Nase?

So werden ganz einfach alle Körperteile entdeckt. Beim Baden suchen wir dann etwas schwieriger unter dem Badeschaum nach dem großen Zeh, dem Knie oder auch dem Waschlappen-U-Boot.

Außer beim Umziehen spielen wir auch gerne WO IST beim gemeinsamen Abendessen, wenn der Kleine schon satt ist, aber Mama und Papa noch in möglicher „Ruhe“ mit einem aufgeräumten Kind im Hochstuhl fertigessen wollen. Das funktioniert oft ganz gut, wenn wir uns durch ein „WO-IST-Spiel“ mit dem Kleinen unterhalten:

  • Wo ist der Tisch?
  • Wo ist Dein Teller? Wo ist Papas Teller?
  • Wo sind die Kartoffeln?
  • Wo ist die Lampe, das Fenster, der Vorhang?
  • Wo ist Mama, Wo ist Papa – Und wo ist der Timo?

Ein Wo-Ist-Spiel lässt sich überall gut als Lückenfüller einbauen, wenn man gerade zum Beispiel nichts anderes spielen kann (zu Besuch bei Menschen ohne kindgerechte Spielgegenstände), keine Hände frei hat (beim Kochen oder Haare kämmen) oder unterwegs ist. (zu Fuß, per Auto oder Kinderwagen)

Wo ist lässt sich tatsächlich überall und mit allen Dingen spielen, die gerade zu sehen sind. Ob in der Wohnung, draußen beim Spazieren, auf dem Spielplatz, im Park, … es ist genial! Manchmal lasse ich Timo auch beim Einkaufen nach Dingen im Regal suchen, die wir gerade einkaufen wollen, bevor ich sie zu ihm in den Wagen lege. Auf diese Weise bleibt sein Interesse am Supermarkt auch mal etwas länger erhalten.

Womit wir gerne WO IST spielen

Ganz klassisch spielen wir WO IST mit Bilderbüchern aller Art, in denen es allerlei Gegenstände zu entdecken gibt, die Kinder auch aus dem Alltag kennen oder Tiere, die wir außer im Zoo sonst nicht sehen würden. Unterwegs tut es auch mal eine Werbebroschüre, eine Speisekarte oder eine Zeitschrift mit Fotos.

Als Variation mit Erstlingsbüchern, bei denen pro Seite ein Gegenstand abgebildet ist, lasse ich den Kleinen auch mal nach einem Gegenstand blättern, von dem ich weiß, dass er in diesem Buch abgebildet ist.

Bei jedem WO-IST-Spiel erfahren wir, ob der Kleine die Begriffe kennt, nach denen wir fragen und ob er auch weiß, wo sie normalerweise sind. Wenn ich zum Beispiel meine Schlüssel suche, dann deutet Timo auf den Schlüsselkasten. Ja, da hat er gut aufgepapsst, denn genau da sollten sie sein… verflixt!

WO IST mit aufgeräumten Alltagsgegenständen oder Spielsachen ist daher auch eine etwas schwierigere Variante, bei denen der Kleine die Dinge finden muss und ggf. holen darf, obwohl man sie nicht direkt sieht

  • Wo ist denn der Löwe? (Irgendwo in der Kiste zwischen den ganzen anderen Duplo-Bausteinen)
  • Wo ist ein Ball? (in einem Aufbewahrungskorb hinter der Tür im Kinderzimmer)
  • Wo ist der Teigroller? (im erlaubten, untersten Küchenschub)

 

Weitere Variationen des WO IST-Spiels

Andersherum lässt sich WO IST als Aufräumspiel umwandeln, Wenn der Kleine weiß wo die Dinge hingehören, kann er sie dort auch wieder einräumen. So spielen wir abends vor dem Schlafengehen oft „WO IST denn der Schlafplatz des Balls, von Deinem Bagger, von den Bausteinen…“ Ganz spielerisch hilft der Kleine so dabei abendliche Stolperfallen in der Wohnung zu beseitigen (sofern er sich dann nicht plötzlich für den Rest in der Bausteinkiste interessiert, was natürlich auch vorkommt :-D). Dann sagen wir ganz langsam zu allen Spielsachen Gute Nacht und lassen sie in Ruhe, weil die jetzt schlafen wollen und suchen am Ende den Schlafanzug, den Schlafsack und Timos Bett.

Eine andere Variante des WO IST Spiels ist es Dinge zu verstecken. Zum Beispiel wandert der Ball hinter Mamas Rücken unter den Tisch, in den Türrahmen und schließlich um die Ecke in die Küche.

Im Sand auf dem Spielplatz spielen wir „Wo IST“ mit eingebuddelten Gegenständen. Zuerst graben wir gemeinsam ein Loch und lassen dann einen Stein, einen Grashalm oder eine Schaufel unter dem Sand verschwinden, so dass Timo den Gegenstand wieder ausgraben darf. (nur aufpassen, dass man eingegrabene Dinge nicht vergisst… wir haben einmal einen Rechen vergessen, weil plötzlich die Rutsche interessanter wurde)

Schnell wird dann aus WO IST ein Versteckspiel mit Mama, Papa und dem Einjährigen. Manchmal verstecken wir uns unter einem Tuch, hinter dem Vorhang, unter dem Tisch oder draußen hinter dem nächsten Baum, um den Kleinen ohne Gemecker vom Spielplatz in Richtung nach Hause zu locken.

Unterwegs oder im Auto verstecke ich auch manchmal einen Stein, einen Flaschendeckel oder einen Zopfgummi in meiner Hand. Ich zeige dann zwei geschlossene Fäuste und lasse den Kleinen raten in welcher Hand sich der Gegenstand befindet.

„WO IST“ ist deswegen so genial, weil es so einfach ist, so gut funktioniert und wirklich ÜBERALL gespielt werden kann, mit Dingen, die gerade einfach da sind!

Ich bin ja nach wie vor Kind noch immer der Ansicht, dass man Spielzeug nicht unbedingt braucht (obwohl ich meine Meinung dahingehend geändert habe, dass es auch wirklich tolles Spielzeug gibt, mit dem vor allem Mama und Papa sich unbedingt beschäftigen wollen :-P)

Nichts desto trotz bin ich ein Fan von Spielen, die möglichst einfach umzusetzen sind, möglichst überall gespielt werden können und nur wenige Hilfsmittel und keine Vorbereitungszeit benötigen.

WO IST – Spielen ist daher eines meiner absoluten Lieblingsspiele für Babys und Einjährige und wird wahrscheinlich von allen Eltern automatisch gespielt. Spielt ihr auch WO IST…?

So. WO IST denn nun… Dein Kommentar?

Habt ihr in diesem Artikel ein paar Anregungen gefunden oder Ergänzungen für andere Leser?

WO-IST-Spielende Grüße,

Deine Sandra
(oder immer öfter auch Mama von Timo)

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