Projektbericht #4: Das Ende von Allem

Der Held aus meinem Roman sitzt in einem Zug, der ins Zentrum der Dunkelheit fährt. Erst kürzlich befreite Lichter wurden von den Wächtern der Dunkelheit ausgelöscht. Wieder ist nichts mehr zu sehen und das Rattern des Zuges vibriert durch den Körper wie ein Erdbeben. An dieser Stelle lasse ich meinen Held alleine.

Open End.

Ich gebe auf.

5 Gedanken über Projekte:

  • ich weine
  • ich möchte lieber wieder Muster gestalten
  • Blödes nie endendes Buchdilemma
  • Projekte sollen Spaß machen!
  • ich sollte die Sache mit dem Blog einfach lassen

 

 

Warum Projekte scheitern

Dieses Buchprojekt war eigentlich schon von Anfang an zum Scheitern veruteilt. Es ist unmöglich in 5 Wochen nebenbei einen 300-Seiten Roman zu schreiben, lektorieren zu lassen und in Druck zu bringen. Ich wusste es vorher und doch habe ich so entschieden. War es naiv? War es ein Funke Hoffnung?

Hast Du auch schon einmal ein Herzensprojekt abgebrochen und Dir dabei selbst gesagt: „war doch von Anfang an klar, dass ich das nicht kann“

Mit dem Wiedereinstieg in den Job nach der Elternzeitpause wird mein Alltag ganz schön durcheinandergerüttelt. Es ist verständnisvoll, dass da erst Mal nichts mehr geht. Doch diese „Ausrede“ kann ich nicht akzeptieren. Denn trotz Job, Familie und dem ganzen Rest möchte ich meine 5-Wochen-Projekte und diesen Blog nicht aufgeben. Sie sind mittlerweile so etwas wie mein zweites Baby geworden. Dein Baby kannst Du auch nicht einfach in die Ecke stellen, wenn es gerade nicht passt. Mama-Superkräfte sind gefragt!

WARUM etwas nicht klappt ist völlig egal. Viel wichtiger ist das WIE.

Es ist egal Warum das Baby schreit, warum das Projekt nicht klappt und warum gerade sonst nichts so läuft, wie Du es gerne hättest. Eine Antwort auf das Warum lässt das Baby nicht aufhören zu weinen, Dein Projekt nicht funktionieren und auch sonst nichts so passieren, wie Du es Dir wünscht.

Soweit so gut. Also wie geht es jetzt weiter, wenn Du das WIE nicht sehen kannst?

 

Stoppe alles und mach was Dir gut tut

Auf den ersten Blick sieht es so aus, als würde der Abbruch alles noch schlimmer machen. Die Wortanzahl meines Buchprojekts bewegt sich nicht und entfernt sich immer weiter von der Ziellinie.

projektabbruch Buchprojekt nanowrimo 2017

Das Schreiben zu stoppen half mir zu akzeptieren, das es gerade einfach nicht geht.

Fehler zu akzeptieren macht den Kopf frei für Lösungen

Es ist nicht leicht eine schwierige Situation so zu akzeptieren wie sie ist. Ich werde es also wieder nicht zum fertigen Buch schaffen und diesen Traum zurück in die Ideenkiste stecken. Es ist mir egal, dass mein Vorgehen von Anfang an unrealisisch war. Ich ärgere mich, möchte am liebsten alles aufgeben, etwas ganz anderes machen und heulen. Doch nichts davon hilft.

Seit der Geburt meines Kindes weiß ich, dass in schwierigen Momenten nur eins hilft: Atmen. (Und selbst das ist manchmal nicht einfach)

Also atme ich mich auch jetzt in Entspannung und versuche daran zu glauben, dass ich meinen kreativen Traum irgendwann so erleben werde wie ich es mir wünsche. Ob mit oder ohne Buch. Wie wäre es zum Beispiel mit einem 5-Seitigen Kinderbuch statt dem 300-Seiten Fantasyroman?

 

Hindernisse sind Schönheitsbarrieren

Hundertwasser sagte einmal, dass ein Baum auf einem Wanderweg eine Schönheitsbarriere sei. Sie zwingt Dich anzuhalten und Dich umzusehen. Wäre dieser Baum nicht dagelegen hättest Du vielleicht die schöne Aussicht verpasst.

 

In diesem Sinne betrachte ich das missglückte Buchprojekt als Schönheitsbarriere und schon sprudeln neue Ideen..  !

Diese tolle Aussicht werde ich noch bis zum Jahreswechsel genießen und erst dann wieder mit einem neuen Projekt starten. Bis dahin bewundere ich alles, was ich in den letzten Monaten Kreatives gemacht habe und überlege mir wie es mit dem Blog weitergehen soll.

 

Aussichtsreiche Grüße,

Sandra

Wie ich angefangen habe zu versuchen ein Buch zu schreiben, kannst Du hier nachlesen: Projektstart, Projektbericht #1, Projektbericht #2, Projektbericht #3