Projektbericht #1 – Kuchen backen und die Nachbarn kennen lernen

Es ist nun knapp eine Woche her, seit ich mit meinen neuen 5-Wochen-Projekt „Kuchen backen und die Nachbarn kennen lernen“ begonnen habe – Zeit für einen Zwischenbericht.

 

5 Gedanken nach 5 Tagen Kuchen und Nachbarn

  • wer sind Nachbarn?
  • der Kuchen ist Nebensache
  • worüber will ich eigentlich reden?
  • wen will ich eigentlich kennenlernen?
  • Egal – Möchten Sie ein Stück Kuchen?

 

Lust auf Kuchen?

Kuchen für die Nachbarn in der DoseSo ähnlich starte ich seit ein paar Tagen sehr viele meiner Gespräche mit Fremden, die mir über den Weg laufen.

Statt Kuchen zu backen könnte ich auch einfach nach der Uhrzeit fragen um ein Gespräch zu beginnen. Der Kuchen macht den Anfang irgendwie interessanter. Wie würdest Du reagieren wenn Dir jemand beim Spazieren im Park ein Stück Kuchen anbieten würde?

Wegen dem Projekt habe ich zur Zeit immer eine Weihnachtsdose mit Kuchen unter Timo im Kinderwagen.

 

Wer sind Nachbarn?

Es ist mit einem Baby im Gepäck gar nicht so einfach Fremde zu besuchen, da ich die passenden Zeitslots um Schlafenszeiten herumbasteln muss. So kam ich auf die Idee den Menschen in der Nachbarschaft einfach beim Spazierengehen im Park oder auf dem Spielplatz ein Stück Kuchen anzubieten – so kann Timo einfach weiterschlafen.

Lust auf Kuchen

Einen sonnigen Nachmittag verbrachte ich auf einer Parkbank mit einem Schild auf dem stand:

„Lust auf Kuchen?“

Menschen die in meinem Viertel herumlaufen, wohnen meistens auch in der Nähe.

 

Würdest Du ein Stück Kuchen annehmen, dass Dir eine fremde Person anbietet?

Tatsächlich habe ich mit meinem Kuchenangebot im Park derzeit mehr Erfolg als mit der ursprünglichen Idee bei den Nachbarn zu klingeln.

Sehr gefreut hat sich eine Uroma aus der Ukraine, die ihre Urenkeling spazieren schob, weil die Mama gerade zur Geburt eines Geschwisterchens im Krankenhaus war.

Auch einem jungen Gitarrespieler konnten wir den Tag mit einem netten Gespräch und Kuchen erheitern. Und er unseren – Timo fand es ziemlich cool, als er nach einem neugierigen „He“ an seiner Gitarre herumzupfen durfte 🙂

 

Und wenn jemand mit Kuchen vor Deiner Haustür steht?

Bei meinen ersten Versuchen kam ich mir vor wie ein Dieb, der die Straße auf und ab spaziert – mit einem Kind in der Trage als Alibi – und die Hauseingänge ausspioniert. Überall große Eingangstore, oft Kameras, Herzklopfen. Ist es verboten den Nachbarn Kuchen anzubieten?

 

Und dann: DING DONG

 

Ich habe es gewagt, die erste fremde Klingel ist gedrückt. Es gibt kein zurück. Was ich wohl sagen werde? Wer wohl die Tür aufmacht? …

Keiner da.

 

Wie jetzt? Keiner da? Soll ich jetzt enttäuscht oder erleichtert sein? Seufz. Noch eine Klingel?

Etwas zögerlich traue ich mich weitere Klingeln zu klingeln bis mir endlich eine ältere Dame die Tür aufmacht.

 

„Hallo, wollen Sie Kuchen?……

 

„Danke, ich bin alt und krank, ich brauche nichts“

Sprachlos denke ich: „Aber,… ich hab doch Kuchen dabei, ich will Ihnen doch etwas Gutes tun…“  Und dann ging ich entäuscht mit meinem Kuchen wieder nach Hause. Was habe ich mir nur gedacht? Ich kam mir vor wie eine Spendensammlerin, die sich mit Kind und Kuchen ins Haus schleichen will um die Spardose zu finden.

Aufgeben?

 

Seufz.

 

Ein paar Tage später saß ich ein paar Häuser weiter mit Timo im Garten bei einer anderen älteren Dame. Auch sie war zunächst skeptisch, konnte aber Timos Lächeln nicht widerstehen und hat sich sehr an seinem Lauftraining um ihren Liegestuhl herum und seinem Interesse an ihren Regenwasserflaschen erfreut. Nach unserem Abschied würde sie sich freuen uns (und vor allem Timo) wiederzusehen.

Kuchen wollte sie zwar nicht essen – dafür hat sie uns Butterkekse angeboten.

 

Und in Wahrheit ist der Kuchen total egal.

 

Bäckst Du mit?

 

Gesprächige Grüße,

Sandra

 

 

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